C.G. Jung über geistiges Heilen

„Die Morgenröte einer neuen Zeit“ 

„Ich glaube, daß Heilen auf nicht-materiellem Weg, durch geistige Me­thoden, eine Zukunft ungeahnter Möglichkeiten hat. Und ich glaube, daß ihr Bereich allmählich über das, was wir heute, zu Recht oder Un­recht, als ‘funktionell‘ bezeichnen, hinauswachsen und auch alles Or­ganische umschließen wird. Ich sehe die Morgenröte einer neuen Zeit vor mir aufleuchten, in der man gewisse chirurgische Eingriffe, z.B. an inneren Gewächsen. als bloße Flickarbeit ansehen wird, voller Entsetzen. daß es überhaupt einmal ein so beschränktes Wissen um Heilme­thoden gab. Dann wird kaum noch Raum sein für althergebrachte Arz­neimittel. Es liegt mir fern, die moderne Medizin und Chirurgie irgend­wie herabzusetzen, ich hege im Gegenteil große Bewunderung für bei­de. Aber ich habe Blicke tun dürfen in die ungeheuerlichen Energien, die der Persönlichkeit selbst innewohnen, und in solche außerhalb lie­genden Quellen, die unter gewissen Bedingungen durch sie hindurchströmen und die ich nicht anders als göttlich bezeichnen kann. Kräfte, die nicht allein funktionelle Störungen heilen können, sondern auch organisch bedingte, die sich als bloße Begleiterscheinungen seelisch-geistiger Störungen herausstellten.“